Um ein echtes Natursauerteigbrot zu backen, benötigt es im Grunde nur Wasser, frisch gemahlenes Mehl und Zeit. Wenn wir diese Komponenten bei Wärme stehen lassen, passiert Erstaunliches: Durch die bereits im Getreide vorhandenen Mikroorganismen entwickeln sich wilde Hefen, Enzyme und Milchsäurebakterien. Letztere produzieren Milchsäure und Essigsäure. Hefepilze treiben den Teig und machen ihn locker. Milchsäure bringt Milde, Essigsäure den typischen, leicht säuerlichen Geschmack ins Natursauerteigbrot.

Die Vorteile von Sauerteig

Bekömmlichkeit

Die Milchsäurebakterien und wilden Hefen “verdauen” das Getreide für uns vor. Dabei bauen sie zu einem großen Teil unerwünschte Substanzen wie Gluten, Phytinsäure und Lektine ab oder verwandeln sie in eine leicht verdauliche Form. Sauerteig macht unsere Brote und Gebäcke nicht nur verträglicher, sondern auch gesünder.

Haltbarkeit

Sauerteigbrote bleiben nicht nur länger frisch, der Sauerteig schützt das Brot auch lange Zeit vor Schimmel.

Glykämischer Index

Die Säure im Sauerteig verlangsamt die Glukose im Blutstrom. Bei Sauerteigbrot steigt der Blutzuckerspiegel deswegen langsamer an als bei schnell gebackenen Industriebroten.

Achtung Glutenunverträglichkeit

Menschen mit schweren Unverträglichkeiten, wie Zöliakie, können kein Gluten verdauen, denn schon eine geringe Menge würde ihre Darmflora zu sehr reizen. Bei einer gestörten Darmflora oder einer leichten Glutenintoleranz wird dagegen echtes Natursauerteigbrot aus frisch gemahlenem Vollgetreide oder selbst gebackenes Hefebrot mit langer Teigruhe erstaunlich gut vertragen. 

Sauerteig – ein Wunderwerk der Natur

Ein weiterer Augenöffner und Schlüssel, Getreide so zu verarbeiten, dass es maximal bekömmlich ist, ist die alte traditionelle Kunst des Backens mit Sauerteig zu erlernen. Sauerteig ist ein natürliches Treibmittel, das allein mit Mehl, Wasser und Zeit funktioniert. Der Prozess ist einfach, und wir sind davon überzeugt, dass das Backen mit Sauerteig jeder erlernen kann. Wie du deinen eigenen Sauerteigansatz ansetzt, lernst du in unserem Blogartikel “Wunderwerk Sauerteig” oder in unseren Büchern. Das Besondere ist, dass der Sauerteig nicht nur Triebkraft in den Teig bringt, sondern den Teig auch fermentiert. Während der Fermentation werden schwer verdauliche Substanzen abgebaut. Das Gebäck wird bekömmlicher, und sogar das gefürchtete Gluten und auch die Phytinsäure werden drastisch reduziert. Aber das ist noch nicht alles: Die Fermentation erhöht den Nährstoffgehalt, verbessert das Aroma, die Frischhaltung und hat sogar einen positiven Einfluss auf den glykämischen Index.

Unser Fazit: Ein Brot, das wirklich in den Alltag passt

Genau das war unser Ziel:

Ein Sauerteigbrot, das nicht nur am Wochenende funktioniert, wenn man viel Zeit und Muße hat – sondern ein Brot, das wir jede Woche backen können.
Für uns, unsere Familien und alle, die sich mit vollwertigem, traditionell geführtem Brot versorgen wollen, ohne an einer komplizierten Teigführung zu verzweifeln.

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