Jahrelang haben wir uns weitestgehend glutenfrei oder sogar getreidefrei ernährt. Wir dachten, dass vor allem das Klebereiweiß Gluten grundsätzlich schädlich für die menschliche Ernährung ist. Zumindest wird das ja überall behauptet und inzwischen auch von einigen Ärzten so vertreten. Zudem reagieren immer mehr Menschen mit diversen unangenehmen Symptomen auf Gluten, und die Fälle von Zöliakie häufen sich. 

Aber wie kann ein Grundnahrungsmittel, das seit Jahrtausenden die Menschheit ernährt, plötzlich so große Probleme verursachen? Auf der Suche nach Antworten und dem Graben nach altem Wissen fanden wir das wahre Problem. Die Lösung liegt so deutlich auf der Hand.

Der industrielle Prozess Getreide zu verarbeiten, macht uns krank

Als die Menschen die traditionelle, ursprüngliche Verarbeitungsmethode von Getreide aufgaben und die Verantwortung für die Ernährung der Industrie überließen, entstanden die Probleme. Ein eigentlich vollwertiges Lebensmittel, das den Menschen ernährte, wird so stark verarbeitet und denaturiert, dass ihm praktisch alles fehlt, was der menschliche Körper für die Verstoffwechslung benötigt.

Die Entfernung des Keimlings verlängert zwar die Haltbarkeit, denn so verhindert man, dass das gemahlene Getreide ranzig wird. Doch es wird etwas für die Verstoffwechslung von Getreide Wichtiges entfernt. Alle wichtigen Co-Nährstoffe, insbesondere das Vitamin B1, das wir für den Kohlenhydratstoffwechsel brauchen, und das fettlösliche Vitamin E stecken in diesem Keimling. Entweder wird dieser Keimling in einem industriellen Verfahren einfach komplett entfernt oder inaktiviert und erhitzt wieder zugefügt.

Aber das ist noch nicht alles, denn für ein helles Mehl werden die Randschichten entfernt. Dabei enthalten gerade die Kleie unglaublich viele wichtige Nähr- und Ballaststoffe. Und zu guter Letzt verliert selbst ein unbehandeltes Mehl jede Stunde der Lagerung Nährstoffe. Untersuchungen haben ergeben, dass gemahlenes Mehl nach zwei Wochen Lagerung praktisch tot ist. Es enthält einfach fast nichts mehr, was noch nützlich ist. Diese Thematik behandeln wir tiefgehender in unseren Büchern, insbesondere in unserem Grundlagenbuch: “Die neue traditionelle Ernährung.”

Zusatzstoffe im Mehl und in Backwaren

Auch wenn diese Tatsachen mehr als ausreichend waren, uns dafür zu entscheiden, unser Mehl frisch zu mahlen, ist die Ursache der Verdauungsprobleme, die mit Getreideprodukten und vor allem Gluten in Verbindung gebracht werden, oftmals noch eine andere. Viele mit einer Glutensensitivität (Zöliakie ist hierbei ausgeschlossen) reagieren gar nicht auf das Gluten, sondern auf die vielen Mehlverbesserungsmittelchen, die heutzutage leider in den meisten Backwaren Standard sind. So hat es uns geschockt zu erfahren, dass es Firmen gibt, die sich darauf spezialisiert haben, Mehl allerlei künstliche Zusätze zuzufügen, um die Backqualitäten zu verbessern und den Bäckereien immer perfekte Ergebnisse zu garantieren.

Mehlverbesserungszusätze müssen im Mehl nicht einmal deklariert werden, da sie im Endprodukt, dem Gebäck, nicht mehr nachweisbar wären. Wir stehen diesem Thema sehr kritisch gegenüber und möchten unseren Körper nicht mit diesen Substanzen belasten. Tatsächlich sprechen viele Rückmeldungen für sich: Menschen, die dachten, dass sie kein Gluten vertragen, können ein Brot aus frisch gemahlenem Getreide in den allermeisten Fällen sehr gut verdauen und haben keine Symptome. Im Gegenteil, sie fühlen sich durch die natürliche Getreideverarbeitung zum ersten Mal so richtig genährt, wohl, und vielen schmeckt ein solches Gebäck sogar besser.

Sauerteig – ein Wunderwerk der Natur

Ein weiterer Augenöffner und Schlüssel, Getreide so zu verarbeiten, dass es maximal bekömmlich ist, ist die alte traditionelle Kunst des Backens mit Sauerteig zu erlernen. Sauerteig ist ein natürliches Treibmittel, das allein mit Mehl, Wasser und Zeit funktioniert. Der Prozess ist einfach, und wir sind davon überzeugt, dass das Backen mit Sauerteig jeder erlernen kann. Wie du deinen eigenen Sauerteigansatz ansetzt, lernst du in unserem Blogartikel “Wunderwerk Sauerteig” oder in unseren Büchern. Das Besondere ist, dass der Sauerteig nicht nur Triebkraft in den Teig bringt, sondern den Teig auch fermentiert. Während der Fermentation werden schwer verdauliche Substanzen abgebaut. Das Gebäck wird bekömmlicher, und sogar das gefürchtete Gluten und auch die Phytinsäure werden drastisch reduziert. Aber das ist noch nicht alles: Die Fermentation erhöht den Nährstoffgehalt, verbessert das Aroma, die Frischhaltung und hat sogar einen positiven Einfluss auf den glykämischen Index.

Mit unserem Schüttbrot wollten wir dir zeigen, wie einfach Brotbacken ist. Es ist wirklich ein anfängerfreundliches und sehr variables Rezept, das dir sicher gelingen wird. Falls dein Sauerteigansatz aber noch sehr jung und noch nicht so triebfähig ist, empfehlen wir, ihn mit einem Krümel Hefe (3g) zu unterstützen. Wir wünschen dir viel Freude und gutes Gelingen. Lass es dir schmecken und lass uns gerne wissen, wie es dir schmeckt und bekommt.

Warum unser Schüttbrot anders ist als die meisten Sauerteigbrote

Klassisches Sauerteigbrot

Grundprinzip

Traditionelle Sauerteigführung, oft mit vielen Arbeitsschritten und Bäcker-Know-how

Mehl / Getreide

Meist helles Typenmehl (z. B. Weizen 550, Dinkel 630)

Nährstoffprofil & Sättigung

Weniger Ballaststoffe, Mineralstoffe & Vitamine, sättigt meist kürzer

Saaten & Zusätze

Oft nur wenige oder keine Saaten

Teigprozess / Handling

Häufig Vorteige, Autolyse, Dehnen & Falten, Formen im Gärkörbchen, Vorheizen, Backen mit Dampf; braucht Übung und enge Zeitfenster

Teigkonsistenz & Formen

Teigspannung, Falten, Wirken, Formen im Gärkörbchen; erfordert Backerfahrung

Fermentation / Teigruhe

Oft komplexe Führungen mit mehreren Stufen und Temperaturphasen

Auswirkung der langen Führung

Bekömmlichkeit und Abbau von Phytinsäure je nach Rezept sehr unterschiedlich

Alltagstauglichkeit

Man muss „beim Teig bleiben“ (dehnen, falten, formen, Zeiten einhalten); schwer in den vollen Familienalltag zu integrieren

Gesamtfazit im Vergleich

Handwerklich spannend, aber oft aufwendig, zeitkritisch und nährstofflich nicht vollwertig

Unser Schüttbrot

Grundprinzip

Traditionelle Sauerteigführung, aber bewusst einfach und alltagstauglich gedacht

Mehl / Getreide

Unser Mehl ist „lebendig“: frisch gemahlenes Vollkorngetreide (Dinkel/Weizen, Roggen oder Emmer), das ganze Korn inkl. Keimling und Randschichten

Nährstoffprofil & Sättigung

Nährstoffreicher und ballaststoffreicher, mehr Mineralstoffe & Vitamine, sättigt spürbar länger und stabiler

Saaten & Zusätze

Frisch gemahlener Leinsamen plus Sonnenblumen- und Kürbiskerne – mehr Nährstoffe, Struktur und Biss

Teigprozess / Handling

Unser Prozess ist alltagstauglich: kein Vorteig, kein Dehnen & Falten, keine „Gärkörbchen-Schlacht“. Teig anrühren – ca. 16 Stunden stehen lassen – in die Form schütten – im kalten Ofen backen

Teigkonsistenz & Formen

Weicher Teig, der weich sein darf – die Form gibt Halt, kein Formen und kein Stress mit „perfekter Teigspannung“

Fermentation / Teigruhe

Unsere Fermentation ist bewusst einfach: eine lange, ruhige Teigführung von rund 16 Stunden ohne technische Spielereien

Auswirkung der langen Führung

Verbessert die Bekömmlichkeit, unterstützt den Abbau von Phytinsäure und sorgt für ein saftiges, vollwertiges Brot

Alltagstauglichkeit

Passt in ein echtes Familienleben: ansetzen, stehen lassen, backen – ohne alle zwei Stunden zum Teig rennen zu müssen

Gesamtfazit im Vergleich

Vollwertiges, lebendiges Brot mit einfacher Führung, das sowohl ernährungsphysiologisch als auch praktisch in den Alltag passt

Get Started
Unser Fazit: Ein Brot, das wirklich in den Alltag passt

Genau das war unser Ziel:

Ein Sauerteigbrot, das nicht nur am Wochenende funktioniert, wenn man viel Zeit und Muße hat – sondern ein Brot, das wir jede Woche backen können.
Für uns, unsere Familien und alle, die sich mit vollwertigem, traditionell geführtem Brot versorgen wollen, ohne an einer komplizierten Teigführung zu verzweifeln.

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