Oma Rosa sagt, dass ihre Suppe Kraft gibt und das Beste bei einer Erkältung ist. Sie erzählt, dass sie das Rezept ihrer Großmutter heute noch fast genauso kocht, wie sie es ihr damals beigebracht hatte. Das einzige, was sie seit ein paar Jahren anders macht, ist, dass sie Fleischstücke in die Brühe gibt und keine Fleischknochen mehr. So hat sie mehr Fleisch in der Suppe und muss das Fleisch nicht mehr vom Knochen kratzen. Wenn man bedenkt, dass Heidis Oma 91 ist, finden wir es großartig, dass sie überhaupt noch am Herd steht.
Oma Rosa ist eine Oma aus dem Bilderbuch, mit Kittelschürze und immer mit einem kessen Spruch auf den Lippen. Sie weiß, wie man noch richtige Hausmannskost zubereitet und hat 11 gesunde Kinder zu Hause geboren und großgezogen. Sie erzählt heute noch, dass alle gesund das Haus verlassen haben: Die späteren Krankheiten haben sie sich allein zuzuschreiben.
Omas Knochenbrühe war in Wirklichkeit meist eine Fleischbrühe
Tatsächlich war Knochen- und Fleischsuppe dafür beliebt, um Schlachtabfälle zu verwerten und die Familie mit einem kräftigen Eintopf zu stärken. Die sehr lange gekochte Knochenbrühe gab es nicht so oft wie die kurz gekochte Knochen- oder Fleischsuppe.
Fleischbrühe aus Fleischknochen war als Knochensuppe bekannt und eine Brühe auf Basis von Fleisch (ohne Knochen) als Fleischsuppe.
Wenn man bedenkt, wie lange eine echte (lang gekochte) Knochenbrühe auf dem Herd kocht, war das nicht immer praktikabel. Dennoch ist auch das eine uralte Kochtechnik, die viele Benefits für unsere Gesundheit bringt und nicht in Vergessenheit geraten sollte.
Ein paar Kleinigkeiten macht Oma Rosa anders als wir, und nicht alles an Omas Rezept ist vollwertig. Oma Rosa gibt das Gemüse eine Stunde vor dem Fleisch in die Brühe. Sie gibt ganze Karotten und große Stücke Sellerie und Lauch hinein. Sie meint, es brauche länger, bis es weich wird. Sie möchte den Geschmack und die Nährstoffe rauskochen. Wir dagegen geben das Gemüse meist erst in der letzten Kochstunde dazu und schneiden es in kleine Stückchen, so können wir es noch mitessen. Oma Rosa fischt die Karotten heraus und gibt sie in den Suppenteller, und der Rest vom Gemüse darf getrost auf den Kompost. Oma Rosa gibt in den letzten 5 Minuten abgepackte Suppennudeln dazu. Wir würden vollwertige Pasta (oder kleine Teigbatzen) aus frisch gemahlenem Getreide selbst machen. Wir haben Omas Rezept leicht abgewandelt und geben das Gemüse zumindest gleichzeitig mit dem Fleisch in den Topf, und die Suppennudeln lassen wir einfach weg. Du siehst, dass man auch Omas Rezepte ein wenig unter die Lupe nehmen darf. Denn wir müssen bedenken, dass unsere Großeltern auch im Zeitalter der Industrialisierung aufgewachsen sind. Traditionelle Ernährung bedeutet jedoch, dass wir uns weitestgehend von Fertigprodukten fernhalten und unverarbeitete Lebensmittel verwenden und somit «Clean Eating» in seiner reinsten und ursprünglichen Form praktizieren. Wenn deine Kinder die Brühe lieber mit gekaufte Pasta essen, ist es natürlich nicht verwerflich, mal einen Kompromiss einzugehen. Nun kommen wir zum Rezept für Knochensuppe nach Oma Rosa.